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Was darf ein Gerichtsvollzieher?

Die rechtlichen Richtlinien und und Aufgaben eines Gerichtsvollziehers sind im Gesetz genau geregelt.



Erst einmal sollten Sie sich mit den grundlegenden Aufgaben des Gerichtsvollziehers ansehen. Daraus ergeben sich automatisch die weiteren Befugnisse des Beamten.

Die bekannteste Aufgabe des Gerichtsvollziehers ist die Zwangsvollstreckung. Folgende Aufgaben gehören ebenfalls zu dem Arbeitsfeld des Gerichtsvollziehers:

  • Abnahme der eidesstattlichen Versicherung
  • Zustellung im Parteibetrieb
  • Aufnahme von Wechsel- und Scheckprotesten
  • Verwertung der gepfändeten Sachen durch öffentliche Versteigerung
  • Durchführung der Zwangsvollstreckung bei der Herausgabe von Grundstücken und Schiffen
  • Räumungen von Wohnraum, gewerblichen Räumen und Grundstücken
  • Durchführung der Vorpfändung
  • die Vollstreckung der Herausgabe von Sachen und Personen
  • die Vollziehung von Arresten und einstweiligen Verfügungen
  • Zustellung von Titeln, Urkunden und sonstigen Schriftstücken.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Gerichtsvollzieher die Möglichkeiten für die Schuldenbezahlung überprüft bzw. falls es Vermögen gibt, dieses sichert durch eine Pfändung zur Befriedigung der Gläubiger und falls notwendig, Zwangsmaßnahmen wie eine Räumung durchsetzt.

Wie verhalten Sie sich richtig?


Sobald Ihnen ein Schreiben von Ihrem zuständigen Gerichtsvollzieher vorliegt, dann verfallen Sie nicht in Panik. Gestalten Sie den Umgang mit dem Beamten in einer freundlichen und sachlichen Atmosphäre.
  • Als erstes sollten Sie sich darüber bewusst sein, dass die Schulden vorhanden sind und Sie diese bezahlen müssen.
  • Die Schulden sind da und Sie sind dafür verantwortlich, dabei interessiert es nicht, welche Ursachen Ihre Schulden haben. Sehen Sie den Gerichtsvollzieher als eine Art Berater, der Ihnen möglicherweise hilft.
  • Bleiben Sie vor allem ruhig. Der erste Besuch des Gerichtsvollziehers dient einer ersten Kontaktaufnahme. Zum einen möchte der Beamte von Ihnen erfahren, wie er Sie erreichen kann und wie sich Ihre Möglichkeiten darstellen, um die Schuld zu bezahlen.
  • Denken Sie daran, dass Sie sachlich wie korrekt bleiben. Sind Sie freundlich und entgegenkommend, dann können Sie damit rechnen, dass der Beamte es auch ist.
  • Legen Sie die notwendigen Unterlagen zurecht, dazu gehören Einkommensnachweise, jeglicher Schriftverkehr mit dem Gläubiger wie eventuell geleistete Zahlungen.
  • Lassen Sie den Gerichtsvollzieher die Wohnung betreten. Alles andere wirkt verheimlichend oder ablehnend. Aufgepasst! Sie haben auch das Recht, dem Gerichtsvollzieher den Zutritt zu Ihrer Wohnung zu verweigern. Das ist zwar wenig sinnvoll, denn es hat nur eine aufschiebende Wirkung. Der Beamte kommt mit der Polizei, dem Schlüsseldienst und einem richterlichen Beschluss zurück, der es ihm erlaubt, Ihre Wohnung öffnen zu lassen. Das verursacht wieder Mehrkosten für Sie, die nicht sein müssen.
  • Seien Sie bei dem Gespräch ehrlich. Gerichtsvollzieher haben meistens viel Verständnis für die Lage, in der Sie sich befinden. Doch sie sind erfahren genug, um Lügen zu erkennen.
  • Betrachten Sie den Gerichtsvollzieher nicht als eine Art Feind. Denken Sie daran, dass der Beamte nur seinen Job macht. Er kann nichts dafür, wie Ihre Schulden oder der Vollstreckungsbescheid entstanden sind.
  • Wenn Sie Fragen haben, dann stellen Sie diese dem Gerichtsvollzieher. Er wird Ihnen Auskunft geben.
  • Vermeiden Sie alles, was nach Bestechung aussehen könnte. Sind Sie unsicher, ob ein Kaffee von dem Beamten als Bestechungsversuch betrachtet werden kann, dann fragen Sie ihn direkt danach.




Fazit:


Gestalten Sie Ihr Gespräch mit dem Gerichtsvollzieher kooperativ, freundlich und ehrlich. Es nutzt sehr viel, wenn Sie den Besuch des Gerichtsvollziehers vorbereiten, indem Sie alle notwendigen Unterlagen in einem Ordner bereit liegen haben. Diese Kleinigkeiten verkürzen den Besuch enorm und Sie kommen damit dem Gerichtsvollzieher entgegen.





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