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Staatliche Schuldnerberatung oder kommerzielle Anbieter wählen?

Die Unterschiede zwischen staatlichen und kommerziellen Schuldnerberatungsstellen sind nicht besonders groß, wesentlich ist das staatliche Stellen einen kostenlosen Service anbieten.



Die staatlichen Schuldnerberatungen bieten einen kostenlosen Service an und sind deshalb zurzeit restlos ausgebucht. Einen Ersttermin erhalten Sie in der Regel oft nach einem halben bis einem Jahr Wartezeit. Das ist in den meisten Fällen untragbar. Und so wurden weitere freie Beratungsstellen eingerichtet, die sich durch öffentliche Mittel oder Spenden tragen. Doch finden Sie solch eine Anlaufstelle?

Neben den Verbraucherzentralen helfen Ihnen gern die Kommunen weiter. In den Sozialämtern von Gemeinden, Städten und Landkreisen werden kostenlose Schuldnerberatungen angeboten. Doch auch Arbeitsgemeinschaften sind dazu angehalten, Sie bei einem auftretenden Schuldenproblem zu beraten.


Weitere Möglichkeiten bieten auch Wohlfahrtsorganisationen wie:

  • der Deutsche Caritasverband,
  • das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland,
  • das Deutsche Rote Kreuz,
    - der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband
  • bzw. die Arbeiterwohlfahrt (AWO).

Adressen und Telefonnummern von Beratungsstellen erhalten Sie über das Internet oder Sie suchen sich den Kontakt aus dem Telefonbuch heraus. Doch auch die Arbeitsgemeinschaften helfen Ihnen mit Kontaktadressen weiter. Aber achten Sie darauf, dass es sich wirklich um ein kostenloses Angebot handelt!




Kommerzielle Schuldnerberatung - schnell und teuer


Auch Anwälte, Notare oder Steuerberater dürfen bei Schuldenproblemen beraten. Wer nach einer schnelleren Lösung sucht, sollte sich an spezialisierte Anwälte wenden, die über das Internet oder durch einen Anruf bei der örtlichen Rechtsanwaltskammer zu finden sind.
Doch Anwälte verursachen Kosten. Die Rechtsschutzversicherung übernimmt diese Unkosten nicht. Was die wenigsten wissen, auch diese Kosten müssen Sie unter bestimmten Voraussetzungen nicht unbedingt selbst tragen. Vor dem Termin fragen Sie bei dem zuständigen Amtsgericht nach einem Beratungshilfeschein. Füllen Sie diesen aus und bringen Sie ihn samt den erforderlichen Nachweisen zum Ersttermin mit. Mit einer Zuzahlung von 10 EUR erhalten Sie eine umfassende Beratung durch den Anwalt.

Die Beratung findet meistens eine Woche nach Ihrem Anruf statt und ebenso schnell leitet der Anwalt die notwendigen Schritte zur Entschuldung ein. Hier dauert die Vorbereitung zur Insolvenz nur ein bis zwei Monate. Bei einer staatlichen Beratungsstelle kann die Dauer anderthalb Jahre betragen. Hier ist es nun wirklich eine individuelle Frage Ihres Bedürfnisses nach der Restschuldbefreiung, ob Sie sich für die Beratung durch die staatlichen Stellen oder durch den Anwalt entscheiden.


So sparen Sie Kosten und Zeit - Vorbereitung auf den Ersttermin


Sie selbst können viel tun, um mögliche Kosten und/oder Zeit einzusparen. Zu dem Ersttermin bei der Schuldnerberatung müssen Sie Ihre Unterlagen zu Ihren Schulden mitbringen. Sie können entweder die Unterlagen in einem Schuhkarton mitbringen oder ordentlich abgeheftet in einem Ordner. Mit der letzten Variante sparen Sie sich und dem Berater jede Menge Zeit und Arbeit.

Bringen Sie also System in Ihre Belege und Nachweise. Bereiten Sie für jeden Vorgang oder jeden Gläubiger einen Abschnitt vor. Heften Sie zusammen, was Sie im Einzelnen zu den jeweiligen Schulden finden.

Als nächstes nehmen Sie sich Ihre Einkünfte vor. Legen Sie für jedes Familienmitglied ein eigenes Blatt an, wo Sie aufführen, was derjenige an Einkommen hat und legen Sie die aktuellen Belege in Kopie dem Blatt bei.

Genauso gehen Sie mit den monatlichen Ausgaben vor. Führen Sie jeden Posten auf, selbst den kleinsten. Jährliche Kosten teilen Sie einfach durch 12 Monate und schreiben den Betrag auf. Falls Sie ein Haushaltsbuch führen, nehmen Sie dieses mit zum Termin.

Wenn Sie einen Anwalt in Anspruch nehmen, holen Sie sich den Beratungshilfeschein bei Gericht und füllen diesen vollständig aus. Kopieren Sie sich die notwendigen Nachweise und heften Sie diese zusammen in Ihren Ordner.

Legen Sie sich eine Liste mit eventuellen Einsparungen an. Dort tragen Sie jene Einsparmöglichkeiten ein, die Sie bereits unternommen haben und die, bei denen Sie sich unsicher sind, ob sie sich lohnen würden.

Mit diesen Vorbereitungen zeigen Sie, dass Sie ernsthaft an einem Schuldenabbau interessiert sind und der Berater kann bereits im Ersttermin mit Ihnen einen Schuldenplan erstellen, was sonst erst im zweiten Termin möglich wäre.


Wie Sie schwarze Schafe erkennen


Wie in jeder Branche gibt es auch hier schwarze Schafe, die nicht Ihre Beratung in den Vordergrund stellen, sondern ihr Hauptaugenmerk auf Ihr restliches Geld richten. Wenn Sie etwas misstrauisch sind, können Sie diese unseriösen Anbieter schnell erkennen.

Normalerweise verlassen sich diese Berater auf reißerisch aufgemachte Werbung, die das Blaue vom Himmel versprechen und überall in Kleinanzeigen oder im Internet zu finden sind. Lesen Sie sich die Leistungsbeschreibung genau durch. Kommt Ihnen etwas vage oder ungenau vor, dann lassen Sie die Finger von dem Angebot. Mögliche Kosten sollten im Ersttermin persönlich besprochen werden und erst nach Vertragsabschluss fällig werden. Bei diesen Beratern haben Sie keine direkten Ansprechpartner. Sehen Sie sich das Impressum an, ob dort nachprüfbare Kontaktdaten angegeben wurden. Rufen Sie die angegebene Festnetznummer an oder fragen Sie bei dem Handelsregister nach, ob es die Firma wirklich gibt.

Zum Schluss googlen Sie einfach die Firma oder den Ansprechpartner. Das Internet ist nicht nur eine Plattform für unseriöse Anbieter, sondern auch für die Meinung vieler User. Und wenn jemand wütend ist, dann erfahren Sie sehr viel über die betreffende Person oder Firma.







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