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Privatinsolvenz Tipps

Das Privatinsolvenzverfahren ist ein kompliziertes und leider auch langwieriges Verfahren. Beachten Sie die folgenden Tipps von einer ehemals Insolventen Person und meistern diese schwierige Zeit.

Erfahrung Tipps


Grundsätzlich sollte man sich als Schuldner die Einstellung aneignen, daß es bei dem Verfahren ja "nur" um Geld geht. Eine schwere Erkrankung eines nahen Angehörigen oder gar der Tod eines Lebenspartners ist unvergleichlich schwieriger zu ertragen als ein solches Verfahren. Und denken Sie daran, daß Sie nicht der Einzige sind, den so etwas trifft. Hier aus eigener Erfahrung einige Tipps, die das Verfahren und damit auch die eigene Situation vielleicht erleichtern.




Umstellung


Vor der Insolvenz

  • Gehen Sie rechtzeitig zu einer Insolvenzberatung. Suchen Sie dazu eine Anwaltskanzlei mit dem Schwerpunkt Insolvenz auf. Sind Sie Sozialhifeempfänger oder anderweitig bedürftig, besorgen Sie sich einen Berechtigungsschein beim Amtsgericht, dann ist das Verfahren für Sie erstmal kostenlos.
  • Bringen Sie Ordnung in ihre Unterlagen, sie werden diese so und so noch brauchen. Führen Sie alles an Verbindlichkeiten mit Gläubigern und Beträgen auf und listen diese mit den Belegen. Ihr gesamtes Einkommens- und Ausgabenbild sowie Schulden müssen transparent sein.
  • Versuchen Sie nicht noch "auf den letzten Drücker" Raten zu begleichen. Das ist herausgeworfenes Geld.
  • Suchen Sie sich einen persönlichen Berater, der Ihnen in diesem Prozeß beisteht, das hilft vor allem Ihrer Psyche. Ehegatten sind meist weniger geeignet. Oft hilft ein Freund oder Verwandter, der schom immer die Steuererklärung oder Buchhaltung gemacht hat.
  • Schaffen Sie volle Transparenz gegenüber Freunden und Verwandten, bei denen Sie Verbindlichkeiten haben, damit kein Vertrauensbruch entsteht und die Freundschaft erhalten bleibt. Sie werden selbst am meisten darunter leiden.
  • Ansonsten halten Sie das Verfahren vertraulich, sonst erleben Sie vielleicht im Bekanntenkreis eine gewisse Stigmatisierung.


Während der Insolvenz

  • Pflegen Sie ein gutes Verhältnis zum Treuhänder und seinen Sachbearbeitern. Sie sind die einzigen, die in diesem Verfahren etwas für Sie tun können. Daneben kann es zu juristischen Unklarheiten kommen, wie etwa Auszahlungen von Rentenvermögen, bei denen Sie auf das Wohlwollen des Treuhänders angewiesen sind.
  • Mit dem Insolvenzantrag ist ein Stundungsantrag für die Verfahrenskosten zu stellen, damit die Gerichtskosten in Raten oder später gezahlt werden können. Prüfen Sie, ob die sofortige oder etwas spätere Einmalzahlung der Gerichtskosten eine Verkürzung der Wohlverhaltensphase bringt.
  • Sparen Sie Geld für die Treuhänder- und Gerichtskosten. Das Geld muß von Ihnen gezahlt werden.
  • Beachten Sie den Verfahrensablauf, auch Insolvenzgerichte arbeiten bisweilen schludrig und informieren Sie nicht über Beschlüsse. Der Treuhänder ist nicht verpflichtet, Sie von sich aus zu informieren.


Nach der Insolvenz


Machen Sie möglichst keine neuen Schulden. Das nächste Insolvenzverfahren können Sie erst in 10 Jahren beginnen. Auch unabhängig von der Dauer die zwischen zwei Insolvenzverfahren liegen muss, sollten Sie besonders bei der Aufnahme von Krediten vorsichtig sein um nicht ein zweites mal in die selbe Position zu geraten.

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