Der Unterschied zwischen Schulden, Verschuldung und Überschuldung

Das Ministerium für Familie und Soziales schätzt, dass cirka zwei Millionen Haushalte in Deutschland überschuldet sind. Die gleiche Anzahl an Haushalten steht kurz vor der Grenze zur Überschuldung. Doch wo liegen die Unterschiede zwischen den Begriffen „Schulden“, „Verschuldung“ und „Überschuldung“? Diese müssen wir klären, damit Sie wissen, in welchem Bereich Sie sich derzeit befinden. Davon ist letztlich abhängig, für welche Lösung Sie sich entscheiden.


Was die wenigsten wissen, Schulden haben Sie bereits in dem Moment, wenn Sie ein Kauf auf Raten oder Kredit tätigen. Selbst bei einer Inanspruchnahme des Dispositionskredits und der Kreditkarte entstehen Schulden. Solange diese insgesamt 25 Prozent Ihres monatlichen Nettoeinkommens ausmachen, ist das bedenkenlos. Erst wenn diese Grenze überschritten wird, kommen Sie in den kritischen Bereich zu der „Verschuldung“.

Von einer „Verschuldung“ spricht der Experte, wenn mehrere Kreditverpflichtungen oder Schulden in einer Höhe zusammen kommen, die nicht das monatliche Gehalt auffängt, aber von Ihren vorhandenen Wert- und Vermögensgegenständen abgedeckt werden. Das ist der typische Fall bei einem Hauskredit. Die gesamte Kredithöhe übersteigt zwar Ihr monatliches Einkommen, aber Sie können Ihre monatliche Rate tragen und der Kredit kann notfalls durch den Wert des Eigenheimes abgelöst werden.

Mit der „Überschuldung“ bezeichnen Schuldenberater den Zustand, in welchem Sie mindestens drei Monate lang Ihren vereinbarten Ratenverträgen nicht nachkommen können, ohne dabei Ihre grundlegende Versorgung wie Miete, Strom, Nebenkosten und Lebenshaltung zu gefährden. Ist es nicht möglich, Einsparpotentiale oder einen Nebenjob zu finden, dann sollten Sie dringend eine Beratungsstelle für Schuldner aufsuchen oder sich an den Gedanken mit der Privatinsolvenz als Alternative zum Schuldenabbau gewöhnen.